UNI-ARBEIT | BERICHTERSTATTUNG ÜBER STEVE JOBS

Journalisten nehmen eine wesentliche Machtposition in der heutigen Gesellschaft ein. Sie fungieren als „Gatekeeper“, zu deutsch Schleusenwärter. Journalisten haben also die Möglichkeit Nachrichten zu gewähren und andere wiederum zu blocken. Nach welchen Kriterien entscheiden demnach Journalisten, welche Meldungen an die Masse gelangen sollen und welche nicht? Welche Folgen hat diese eben erwähnte Machtposition für die Ausrichtung der Blattlinie? Wenn sich die Machtposition der Medien auf die Blattlinie auswirkt, ist dann nicht auch das gesellschaftliche Erscheinungsbild vom Verhalten der Schleusenwärter betroffen? Diese wesentlichen Fragen liegen dieser Arbeit zu Grunde.

Als Bezugspunkt dient die Berichterstattung nach dem Ableben von „Apple“-Gründer Steve Jobs. Der US-Amerikaner machte aus dem, in den 1990er Jahren „dahintümpelnden“, Computer-Unternehmen einen weltweiten Vorreiter in Sachen Kommunikationstechnologie. Innovationen wie der futuristische iMac, der revolutionäre iPod sowie die höchst erfolgreichen iPhones und iPads entstanden unter seiner Führung.

Setzt man sich zudem mit Werken und Texten zur Nachrichtenselektion und den bestehenden Theorien auseinander, bleiben einem die Nachrichtenfaktoren und deren Auswirkungen nicht verborgen. Es ist zudem wissenschaftlich erforscht, dass Qualitäts- und Boulevardmedien unterschiedlich auf diese Faktoren zurückgreifen und von ihnen Gebrauch machen. So unterstellt Haas, in seinem Werk „Medienkunde“, beispielsweise Boulevardmedien oftmals Östgaards Nachrichtenfaktor Sensationalismus anzuwenden. Johan Galtung und Marie Holmboe Ruge gehen etwas tiefer und titulieren diese Werte als Negativismus. Doch völlig gleich ob man den Ansatz von Östgaard, Galtung/Ruge oder jenen von Schulz zum Vorbild nimmt, die Tatsache, dass Nachrichtenfaktoren die Blattlinien von Qualitäts- und Boulevardmedien differenzieren ist augenscheinlich. (vgl. Haas, 2008: 104ff)

Mein Interesse in dieser Arbeit liegt demnach in den Unterschieden der Berichterstattung nach Steve Jobs’ Tod. In den folgenden Kapiteln werden unter anderen die Theorien zur Nachrichtenauswahl beleuchtet, wobei der Fokus auf der, für diese Arbeit wesentlichen, Theorie der Nachrichtenwerte liegt. In weiteren Abschnitten werden die Person Steve Jobs sowie die Eigenheiten von Qualitäts- und Boulevardzeitungen näher beleuchtet. Auch die historische Entwicklung der untersuchten Blätter „Kronen Zeitung“ und „Standard“ wird angeführt.

Um sowohl Antworten auf das Forschungsziel zu ermitteln, als auch die Forschungsfrage einzugrenzen, werden drei Hypothesen erstellt. Im Zuge einer quantitativen Inhaltsanalyse werden diese operationalisiert und quantifiziert. Hierfür werden mittels Online-Recherche sämtliche Artikel aus „Kronen Zeitung“ und „Standard“, die in den ersten sieben Tagen nach Jobs’ Tod erschienen, gesammelt und ausgewertet. Die nun verfügbaren Daten werden anschließend in das Statistikprogramm SPSS eingetragen und anhand von Mittelwertvergleichen und t-Tests vorläufig verifiziert bzw. falsifiziert. Am Schluss dieser Arbeit befindet sich das Resümee, in dem die wichtigsten Erkenntnisse nochmals zusammengefasst werden.


  • Auftraggeber - Universität Wien
  • Datum - 2013
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Steve Jobs

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